Ein Mann säubert einen herrlichen Herbstpark mit einem Laubbläser

Alternativenblindheit

Robert: Man sieht dir an, was du denkst …
Kathrin: Mir bedeuten Naturerlebnisse eben viel. Und regelmäßig werden sie einem durch Maschinenlärm vermiest.
Robert: Laubharken würde es auch tun. Wäre sowieso umweltgerechter und menschenfreundlicher, aber nein, alles muss effektiv, bequem und schnell gehen – time is money!
Helene: Das Prinzip durchdringt schon viele Lebensbereiche. Anstatt weitsichtiger Planung bestimmen vorhandene Technik und ökonomische Vorgaben, wie wir handeln. Alternativen stehen überhaupt nicht mehr zur Debatte.
Konrad: Mich erinnert das an die alte chinesische Anekdote vom Gärtner, dem man einen effizienten Bewässerungsmechanismus anbietet, damit er sein Gießwasser nicht mehr im Eimer schleppen muss. Wisst ihr, was er geantwortet hat?
Sophia: Wahrscheinlich hat er sich seine beschauliche Beschäftigung nicht durch Effizienzsteigerung verderben lassen.
Konrad: Allerdings! Seine Haltung war: Wer raffinierte Geräte baut, ist zugleich ein raffinierter Geschäftsmann. Solche Leute sind dermaßen in ihre eigene Cleverness verstrickt, dass sie keine anderen Einsichten zulassen – also folgen sie ihren fehlgeleiteten Wegen rigoros.
Helene: Deshalb sind wir ein paar Jahrtausende später technisch superschlau. Aber auch annähernd so weise? Wie sollen sich Ideen darüber, was ein gutes Leben ausmacht, verbreiten, wenn alle vom „Fortschritt“ hypnotisiert sind?
Fred: Vielleicht inspirieren eure romantischen Sehnsüchte am Ende die bornierte Öffentlichkeit.
Sophia: Höre ich da Ironie?