Selektive Wahrnehmung
Kathrin: Ach, das ewige Drama der Vorurteile!
Konrad: Die Ansicht liegt leider nahe, aber sie beinhaltet selber ein vorschnelles Urteil. Das eigentliche „ewige Drama“ spielt sich nämlich gerade in unseren Köpfen ab.
Sophia: Verstehe. Du meinst: Sobald wir die Szene im Park sehen, aktiviert unser Gehirn die üblichen Stereotype…
Kathrin: Was denn für Stereotype?
Fred: Na, hauptsächlich die gängigen Vorstellungen, die von den Medien verbreitet werden. Wie viele Male hast du schon von Jugendkriminalität oder Polizeiwillkür gehört?
Helene: Muss man deswegen zu allen Cops oder Blacks schlechte Eigenschaften assoziieren?
Konrad: Nein, aber diese Begegnung illustriert die Tatsache, dass generell Menschen – bevor sie als Individuen wahrnehmbar sind – wegen irgendwelcher Auffälligkeiten ihrer Erscheinung als fremdartig eingestuft werden. Und die Bewertung einer fremden Gruppe fällt selten positiv aus.
Sophia: Wir akzeptieren nur ungern, wie primitiv unser Gehirn funktioniert! Aber so ist es halt. Diesen automatischen Vorgang können wir nicht verhindern, selbst wenn wir bewusst gegen Vorurteile eingestellt sind.
Konrad: Im weiteren Verlauf jedoch besteht – bei günstigen Begleitumständen – die Chance, Falschbilder durch Prüfung der Realität zu korrigieren, sodass sie eben keine Vorurteile hervorrufen.
Robert: Ich denke, genau dieser Moment wird im Bild festgehalten. Während das Mädchen lieber wegläuft, checkt ihr großer Bruder noch den Polizisten. Den beiden Männern ist zwar Misstrauen ins Gesicht geschrieben, aber sie überprüfen die Lage – und damit wird Entspannung möglich.
Kathrin: Unser Gedankengang verlief gerade ähnlich. Man lernt nie aus, was bei so günstigen „Begleitumständen“ wie mit euch richtig Spaß macht.