Wiederkehr des Verdrängten

Wiederkehr des Verdrängten

Fred: Leute, kennt ihr den Zölibat-Witz?
Robert: Zölibat ist das Verbot für Geistliche, intime Beziehungen einzugehen. Richtig?
Helene: Ach du lieber Himmel, damit soll wohl ihre volle Hingabe an die höhere Macht garantiert werden.
Fred: Also, der Witz geht so: Zwei katholische Priester reflektieren ihren Stand. Der eine fragt sich, ob sie wohl die Abschaffung des Zölibats noch erleben. Da meint der andere kopfschüttelnd: „Wir sicher nicht mehr, aber vielleicht unsere Söhne.“
Sophia: Ein scharfsinniger Witz! Elementare Bedürfnisse lassen sich eben nicht einfach verdrängen, sondern finden Wege, das Verbotene indirekt zu ermöglichen. Gerade die Hemmung des sexuellen Begehrens zeigt sich in den unterschiedlichsten Formen.
Kathrin: Lasst uns jetzt bitte nicht über Priester und Sex reden; sonst sind wir schnell bei üblen Perversionen.
Konrad: Okay, bleiben wir einfach bei Witzen. Dort fand Freud nämlich den Bumerang-Effekt bestätigt: Verdrängte Gefühle tauchen wieder auf, wenn Witze soziale Normen unterlaufen, indem sie – getarnt als harmlose Scherze – sexuelle Tabus und unzulässige Aggressionen thematisieren.
Kathrin: Lassen sie sich auf diese Weise besänftigen?
Konrad: Naja, man redet oft von „Sublimierung“, also Umwandlung in sozial akzeptierte Formen, aber ich habe da meine Zweifel. Wenn ich höre, dass Sport ein hervorragendes Ventil für Aggressionen sein soll, denke ich immer, dass Fußballfans dadurch auch nicht friedfertiger geworden sind.
Helene: Lasst uns spaßeshalber noch Symptome verdrängter Impulse beim Liebespaar entdecken. Fred, weißt du dazu einen Witz?
Fred: Hm… Unfreiwillig komisch wurde unser Romeo hier, als seine Julia sich ein Symbol für ihre stets wachsende Liebe wünschte. Er besorgte eine Zimmerpflanze, aber das Kraut wollte so gar nicht prächtig gedeihen! Seither düngt er es wie ein Verrückter.