Impulskontrollstörung

Impulskontrollstörung

Helene: So eine schamlose Verwüstung! Echt jetzt – wenn irgendwelche durchgeknallten Brandstifter eine Gartenlaube abfackeln, regen sich die Leute furchtbar auf, aber industrielle Brandrodung im großen Stil führt zu keinem Aufschrei. Für mich sind Umweltzerstörer ebenso schlimme Psychopathen.
Konrad: Keineswegs nur für dich. Sogar Wissenschaftler haben aufgrund unverkennbarer Gemeinsamkeiten Top-Managern das Etikett „erfolgreiche Psychopathen“ verpasst. Mehr oder weniger zeigen ihre Persönlichkeitsprofile psychopathische Merkmale wie arrogante Egozentrik, Gefühlsarmut, hemmungsloses Durchsetzungsvermögen sowie soziale Verantwortungslosigkeit.
Sophia: Eine folgenschwere Parallele hast du vergessen. Genauso wenig, wie ein Psychopath seine asozialen Impulse unter Kontrolle hat, lässt es die herrschende Unternehmenskultur zu, dass ihre schädlichen Strategien moralisch reguliert werden.
Helene: Sag ich doch – lauter Getriebene. Diese Typen machen einfach weiter, als gäbe es kein Morgen. Sie kommen unter keinen Umständen zur Besinnung, können sich niemals mit ihrer Umwelt verbinden, geschweige denn deren bunte Vielfalt anerkennen. Denen ist sie einfach ein Betätigungsfeld, das sie plattmachen und durch ein ödes kommerzielles Projekt ersetzen.
Kathrin: Den Kapitalisten die ganze Schuld zu geben, lenkt allerdings davon ab, wie sehr wir höchstpersönlich die Ausbeutung unserer Umwelt verantworten. Selbst Wirtschaftsbosse sind doch nur Erfüllungsgehilfen unseres unkontrollierten Konsumwahns.
Robert: Ihnen ist freilich jedes Mittel der Manipulation recht, eine ungebremste Konsumgier anzuheizen. Unablässig präsentiert uns Werbung Produkte als Statussymbole, bis wir Verbraucher unseren Selbstwert an deren Besitz koppeln. Gleichzeitig führen Verkaufsstrategien impulsive Kaufentscheidungen herbei, während Desinformationen besonnene Beurteilungen von Waren erschweren.
Kathrin: Also, wann endlich findet der verheerende Ringtausch zwischen Profitgei