Fluide und kristalline Intelligenz

Fluide und kristalline Intelligenz

Robert: Ein eigenartiger Titel – „fluide und kristalline Intelligenz“. Erklär mal, Konrad, was meinst du als Studierter?
Konrad: Soviel ich weiß, wird Intelligenz im Jugendalter als „fluid“ bezeichnet, weil die Vernetzung des Gehirns noch nicht stabil, sozusagen alles noch im Fluss ist.
Helene: Folglich ist die Verknüpfung im erwachsenen Gehirn ziemlich festgelegt, was sie „kristalline Intelligenz“ nennen, um nicht verkalkt zu sagen?
Konrad: So schlimm ist es normalerweise nicht. Zunehmende Defizite können ältere Menschen durch souveräne Einordnung der Fakten und Erfahrungswissen kompensieren.
Fred: Mit anderen Worten: Die Jungen rennen schneller, aber die Alten kennen Abkürzungen.
Sophia: Allerdings kann der Großvater froh sein, wenn er überhaupt noch gefragt wird. Seit Künstliche Intelligenz mitspielt, muss man sich auf tiefgreifende Veränderungen gefasst machen, denn auf sie zentriert sich bald alles Interesse.
Kathrin: Echt schade. Dann verliert Wissenstransfer eine wesentliche Dimension – die Präsenz des Mentors. Einst, als Medienquellen praktisch keine Rolle spielten, war Wissen auf persönliche Überlieferung angewiesen – die Geschichten erzählenden Alten, denen die Jugend gebannt lauschte.
Fred: Auf jeden Fall hat es nachhaltigen Eindruck hinterlassen, wenn der Jäger vom Streifzug durch den Wald zurückkehrte und von seinen Erlebnissen berichtete, besonders wenn er ein paar Abenteuer hinzudichtete.
Robert: Solche Faszination bietet die allwissende Instanz hinter dem Display erst recht.
Helene: Nein, durchs Internet klicken weckt keinen echten Forscherdrang in dir und befriedigt dich wie ein Kaffee aus dem Getränkeautomaten.